Goellersbachpfarren.at

Unser letzter Pfarrbrief zum Download als PDF >>>>> Pfarrbrief

Diözesanversammlung 2018

Bei der 5. Diözesanversammlung vom 27. – 29.9.2018 im Stephansdom trafen sich Bischöfe, Priester, Diakone, Ordensfrauen, Ordensmänner, Mitglieder der Pfarrgemeinde- und Vermögensverwaltungsräte, Dechanten, Vikariatsräte, Hauptamtliche, Ehrenamtliche, Mitglieder von Gemeinschaften und Bewegungen, Mitglieder aus anderssprachigen Gemeinden.
1.700 Delegierte, unter ihnen auch VertreterInnen unserer Göllersbachpfarren gemeinsam mit unserem Pfarrer Dr. Michael Wagner, versammelten sich, um zu erzählen, gemeinsam zu beten und beim offenen Mikro hatte man auch die Möglichkeit, seinen Standpunkt im Dom darzustellen.

Bereits am Mittwoch vorher fand der Tag “Geerdet und Gehimmelt” mit allen ReligionslehrerInnen statt.
Dabei betonte die Schulamtsleiterin der Erzdiözese Andrea Prinz: “Das Besondere am Religionsunterricht sind die Personen, die authentisch von der Sache betroffen sind und die als ganze Person für das stehen, was sie unterrichten”.

“Es geht darum,  aufeinander zu hören und voneinander zu lernen, was es heißt, heute Christ zu sein” betonte Kardinal Schönborn bei der Eröffnung.

Mit einem sogenannten “Mentimeter” konnten die fast 1.700 Delegierten via Handy ihre Meinung im Stephansdom kundtun. Dabei reichte die Bandbreite der Antworten von nicht ganz 500 Delegierten, die zum ersten Mal bei einer Diözesanversammlung teilnahmen, bis zu den nicht ganz 200, die bereits das fünfte Mal bei einer Diözesanversammlung dabei waren.
Bei der Frage, wie es ihnen mit dem Diözesanen Entwicklungsprozess ergehe, antworteten an die 40 Prozent mehrheitlich mit “Erwartungsvoll” bzw. mit “Na ja”.

Was wurde bisher umgesetzt?
Was bisher am “meisten umgesetzt” wurde, wurden die Delegierten via Mentimeter gefragt. Knapp 30 Prozent nannten das Thema “Mission”, knapp 20 Prozent das Thema “Jüngerschaft” und mehr als 50 Prozent das Thema “Strukturen”.

Weihbischof Stephan Turnovszky sah das Ergebnis positiv, denn: “Wenn die Strukturfragen erledigt sind, kann man sich den Themen Jüngerschaft und Mission widmen, dann sind Kopf und Herz frei dafür”.

Beeindruckt hat uns Anna Egger, eine visuelle Simultanübersetzerin, die ihre Eindrücke über die Versammlung in Form eines Graphic Recordings auf Papier brachte.

Das Thema “Jüngerschaft” prägte dann den Freitag:

Es begann mit einer morgendlichen Messe mit Kardinal Christoph Schönborn. In seiner Predigt verwies unser Kardinal auf drei zentrale Eigenschaften: Aufmerksamkeit, die Unterscheidung der Geister – vor allem das Gespräch – und der Gehorsam gegenüber dem Heiligen Geist.

Anschließend teilten sich die Teilnehmer auf 25 Workshops auf. Hier wurden einzelne Praxis-Beispiele aus den Pfarren und Gemeinden präsentiert (wie z.B. Pfarre fairwandeln von -Romana Haftner), wo sich die Teilnehmenden austauschen und von den eigenen Erfahrungen berichten konnten.

Nach dem Mittagessen wurden dann mehrere Fragen gestellt, bei denen die TeilnehmerInnen über ihr Handy abstimmen konnten.

  1. Glauben Sie, dass bei uns Wachstum möglich ist? Hier stimmten 86 Prozent der Befragen mit “Ja”.
  2. Was sind mögliche Hindernisse für Wachstum? 48 Prozent der Befragten gaben hier als Hauptgrund “unbewegliche Bewahrer” an.
  3. Was brauchen wir vor Ort, damit Neues wachsen kann? 29 Prozent sagten: “den Heiligen Geist”, 26 Prozent – “Gemeinschaft”, weitere 16 Prozent “wir müssen lernen loszulassen”.

Impulsgeber des Tages war auch der freikirchliche Pastor Pete Greig. Er ist der Gründer der weltumspannenden 24-7-Prayer-Bewegung, bei der in vielen Städten und Orten seit Jahren durchgehend gebetet wird. “Es ist eine große Freude, dass ich spüren kann, dass ich hier unter Freunden sprechen darf. Wir sind eins in Christus” erklärte Pete Greig am Anfang seines Impulses. Im Anschluss gab er konkrete Tipps, die pfarrlichen Mitarbeitern helfen können, Menschen zu Jüngern zu machen:

  1. In der Pfarre eine familiäre und freundschaftliche Kultur einführen.
  2. Eine Kultur der Mission, der Sendung etablieren.
  3. Begabungen und Charismen der Menschen fördern und einzusetzen.
  4. Regelmäßig darum beten, dass die Menschen vom Heiligen Geist berührt werden.
  5. Wir müssen alle Menschen in unseren Pfarren lehren, wie sie beten können.

Menschen kommen aus unterschiedlichen Gründen in die Kirche, aber sie bleiben in dieser Gemeinschaft heutzutage nur dann, wenn sie das Gefühl haben, anerkannt und gebraucht zu werden.

Mit dem Gebetsabend “Dein Reich komme” endete der Tag.

Am letzten Tag rief Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn die 1.700 Delegierten dazu auf, die Erneuerung der Kirche in ihren Gemeinden fortzuführen. Dass die kleinen Gemeinden leben können, ist das Kernanliegen des Entwicklungsprozesses unserer Diözese”, so Kardinal Schönborn. Die Zusammenlegung zu größeren Pfarreinheiten diene auch der Entlastung der Kleinen.

Die Diözese besteht aus 140 Entwicklungsräumen
Im November 2015 wurden unter Mitwirkung der Basis alle Pfarren der Erzdiözese Wien in 140 Entwicklungsräume eingeteilt. Sie sind aufgerufen, in Zusammenarbeit neue missionarische Formen und Initiativen zu entwickeln, in denen das Christsein für die Menschen vor Ort relevant wird und die Welt zu einem besseren Ort macht. Die Entwicklungsräume sollen dabei auch immer verbindlichere Formen der pfarrübergreifenden Zusammenarbeit praktizieren.

Unsere 5 Göllersbachpfarren bilden derzeit einen Pfarrverband mit eigenständigen Pfarren, zum Entwicklungsraum gehört der Pfarrverband Klein Mariadreieichen (Pfarren Hollabrunn, Groß, Oberfellabrunn und Aspersdorf)

Die Zukunft der Gemeinden hänge jedoch aber vor allem von ihrer spirituellen Tiefe ab, erwähnte Kardinal Schönborn.

“Das A und O ist die Jüngerschaft der ganzen Gemeinde: “Wo die Liebe zu Christus spürbar ist, das sind Gemeinden stark und lebendig”. Wenn Christen aus dem Wissen heraus leben, “dass Gott ein Vater ist, Güte, Barmherzigkeit – das strahlt aus, das macht Gemeinden anziehend”.

Der Kardinal bat auch darum, die Kirchen untertags offen zu halten: “Christus ist da – aber die Tür ist zu? Das geht nicht!”

Text: Gitti Pfeifer
Fotos: Erzdiözese Wien, Elisabeth Fürst

 

 

am 12.10.2018 um 23:16

 

« «    zurück